Urlaubstag 6 - Burg Hohenzollern

Veröffentlicht auf von Ghost

Es regnete Bindfäden heute und wir rätselten, ob wir das Haus überhaupt verlassen sollen heute. Aber wir hatten doch gestern erst einen Gammeltag sollten wir das schon wieder machen? Naja und ehrlich gesagt weollte ich das nicht schon wieder - den ganzen Tag aufer Couch. Irgend etwas wollte ich schon machen und wenn es nur einmal durch die Stadt gewesen wäre.

Wir haben uns dann auf den Weg zur Burg Hohenzollern gemacht. Das haben wir noch entdeckt als wir mal so noch durch die ganzen Prospekte in der Wohnung sahen. Und da ich mich für Burgen interessiere, wollte ich eben da hin. Der Weg war nicht zu weit und von dem Wetter wollte ich mich nicht abhalten lassen.
Zunächst sah es aber so aus als wollte es das Schicksal nicht, dass wir auf die Burg kommen. Das Navi bestand auf die Fahrt über das Viadukt und leitete uns immer wieder da hin. Kreuz und quer durch die Stadt. Dumm nur, dass das gesperrt war. Mit jedem Versuch und zum Schluss auch bei jeder Ampel verlor ich mehr und mehr die Lust. Wir waren beide kurz davor, zurück zur Ferienwohnung zu fahren. Aber wir haben den Weg dann doch noch gefunden.
Auch der Regen ging in einen leichten Sprühregen über und juckte nicht mehr wirklich weiter. Also rauf auf den Parkplatz.
Dann stand die Frage: Pendelbuss oder Fußweg. - Gut, dachten wir uns. 15 Minuten. Das ist nicht die Welt. Aber wenn ich gewusst hätte, was das für ein Fußweg ist... oha, ich hätte doch glatt das Geld in den Pendelbus investiert und mich zwischen wildfremde Leute gequetscht. Aber ich musste ja laufen und habe das bitter bereut. 263 Stufen, plus Berg, der nicht gerade sanft anstieg. Bis wir oben waren, habe ich aus dem letzten Loch  gepfiffen.

Aber oben angekommen hat sich das alles wirklich gelohnt. Ok, wir durften mit dem Hund nicht in die Innenräume der Burg, aber unser Vermieter meinte, dass sie Burg innen so gut wie nichts hergeben würde. Außerdem standen für die Führung schon ein Haufen Leute an. Bei dem Geschnatter der ganzen Frauen in der Gruppe hätte man von dem was, der Führer erzählt hätte sowieso nichts verstanden.
Der Innenhof der Burg und die ganzen Gänge gaben aber auch vieles her. Die Burg war bombastisch in Schuss, super gepflegt und allemale ein Besuch wert. Dass es so diesig und regnerisch war, war in dem Moment nur gut, denn dann war die Burg nicht so menschenüberlaufen. Das allein war das schon wert.
Die Kapelle, hier rechts im Bild war ein besonderer Hingucker. Ein Ambiente da drin. Ich habe bei dem Anblick mal wieder Lust zum Heiraten bekommen.
Im Keller der Burg, bzw. in einem Teil der frei gelegten Geheimgänge war ich auch. Mein Schatz hat mich runter geschickt und hat in der Zeit mit dem Hund oben gewartet. Ich habe ihm im Anschluss angeboten, auch mal runter zu schauen, aber er wollte es nicht. Gesehen habe ich eine Kammer der wachhabenden Soldaten. Da hatten sie eine Szene nachgestellt, wie das da wohl zugegangen sein muss. Richtig mit Tonbandeinspielung und Rittern aus Holz. Außerdem war im sogenannten Silberkeller das Tafelsilber und gute Geschirr der Hohenzollern ausgestellt. Alles blank geputzt und gewienert, als wartete es im Schrank auf seine nächste Benutzung.
Die Hohenzollern ist wirklich eine sehenswerte Burg die ich nur jedem wärmlich ans Herz legen kann.

Nach dem gemütlichen und unabhängingen Rundgang zu dritt, haben wir uns dann wieder auf den Rückweg gemacht. Den Berg, den wir rauf gestiefelt waren, mussten wir ja schließlich wieder runter.
Natürlich wurde dann auch noch etwas im Souvenirshop rum gestöbert. Ich hätte ja auch was gekauft, aber so ganz geheuer war mir das nicht, dass die Frau, die eigentlich dort arbeitet am Tisch, nebenan im Imbiss saß und dort lauthals mit irgendwelchen Männern in Arbeitskleidern lauthals Party gemacht hat. Somit habe ich mich lieber von dannen geschlichen.

Diese Rüstung hier links musste ich einfach fotografieren. Sicher hätte ich sie auch kaufen können, aber als ich den Preis gesehen habe, habe ich mich gefragt, wer im Urlaub mal eben 1.799 Euro dabei hat. Ja - so viel wollten die für das Teil haben. Lol, also ich bezahle sowas ja aus der Portokasse. Natürlich ohne mit der Wimper zu zucken.

Nach dem Burgbesuch sind wir dann wieder in die Wohnung. Hier gab es erst einmal einen schönen warmen Cappuchino und etwas Ruhe für die vom Aufstieg gestressten Beine. Dann Abendbrot machen und so langsam die Tasche für die Abreise packen.
Nach dem Duschen habe ich dem Vermieter auch noch einen netten Spruch ins Gästebuch geschrieben. Ich werde den mal hier rein setzten:
"Liebe Familie S....,
vielen Dank für die schöne Woche in Ihrer gemütlichen Ferienwohnung. auch wenn das Wetter nicht die ganze Zeit mitgespielt hat, so konnten wir uns doch vieles ansehen, auch wenn wir lange nicht alles sehen konnten.
Außerdem habe ich mich hier wunderbar vor meinem 30. Geburtstag verstecken können. Ereilt hat er mich trotzdem.
Nun doch ein Jahr mehr auf dem Buckel reise ich mit Freund und Hund wieder ab und behalte Ihr grünes Idyll in guter Erinnerung."
Etwas Trinkgeld habe ich auch noch oben auf gelegt, da wir in der ganzen Woche gerade mal die Hälfte vom gesamten Budget ausgegeben habe und weil das die sauberste und komfortabelste Ferienwohnung war, die wir je hatten. Sowas gehört belohnt.

Gut nun für heute. Morgen steht mir noch die Heimfahrt bevor. Grrrrrr... und das wo heute der Bordcomputer heute so eine seltsame Meldung von defekten Bremsen gebracht hat. Bin mal gespannt, was das wird.
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Veröffentlicht in Tagebuch

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