Und Schwiegervater hat es doch geschafft

so wie er daliegt, habe ich mich gefühlt...
Ich denke, ich habe es schon erwähnt, dass Schwiegervater mal mit mir reden wollte. Bezüglich der Diskrepanzen, die zwischen uns aufgetreten sind und was so alles zwischen uns steht.
Damals hatte ich frohlockt, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass er dazu noch die Zeit oder gar den Mut findet. Aber da habe ich wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Es war m 23. Dezember. Wir waren wieder zu Hause, meine Waschmaschine lief so vor sich hin und mein Schatz war unterwegs, noch ein paar Besorungen zu machen. Da klingelte das Telefon. Es rief ein "anonym" an. Ich konnte mir schon denken, wer das war und habe trotz allem (wieder jeder Vernunft) abgenommen. - Und es war Schwiegervater.
So wie immer, viel er gleich mit der Tür ins Haus. Ohne jedes Einfühlungsvermögen meinte er gleich: "Sag mal, kommst du am 1. Feiertag mit?" - Ok, dachte ich so bei mir. Er will die harte Tour, er bekommt die harte Tour. Ich also: "Nein!" - Es folge ein eisiges Schweigen. Dann erst wollte er wissen warum. Und ich so: "Weil ich eure Spielchen satt habe. Und da mir mein Leben, meine Würde und mein Selbstbewusstsein noch etwas wert ist, klinke ich mich an dieser Stelle aus und bitte höflichst darum, mich nicht mehr als Schwiegertochter zu bezeichnen." Ja!!! In diesem Ton habe ich das wirklich gesagt. Genau so geschwollen und gewählt ausgedrückt, wie es hier steht. keihne Ahnung, wo ich plötzlich die Bildung vor solcherlei Sätze her habe.
Naja, er hat mir dann noch erklärt warum er so reagiert und agiert hat und hoffte wohl auf Verständnis. Dumm nur, dass er da bei mir an der falschen Adresse war. Ich habe nämlich nur so getan als ob ich es verstehen könnte. In Wirklichkeit wollte ich dieses dämliche Telefonat nur so schnell wie möglich hinter mir haben und wieder zurück auf meine Couch.
Er fragte dann erneut, ob ich jetzt mit zu ihm käme zu Weihnachten. Er hätte doch schließlich alles aus dem Weg geräumt nun und es wäre doch Weihnachten.
Naja... dann kam der Teil auf den ich absolut nicht stolz bin. Ich schäme mich nicht dafür, dass ich ihm gesagt habe, dass ich den Anblick des Kindes dort drüben nicht ertragen kann. Ich schäme mich dafür, dass ich am Telefon in Tränen ausgebrochen bin. Ich habe geheult wie ein Schlosshund und er hat es gehört. Aber statt er aufhört weiter zu bohren, da fragt er weiter und will wissen warum, weshalb und wieso...
Ich wurde dann pampig. So gut das eben ging, mit dieser weinerlichen Pseudostimme, die ich in dem Moment hatte. "Pass auf, höre auf zu bohren, finde dich damit ab, dass du nie selber wirklich Opa werden wirst und lasst mich bitte einfach nur noch in Ruhe!"
Keine Ahnung, ob er darauf was gesagt hat. Ich habe dann nämlich aufgelegt und krampfhaft Sachen geputzt und sauber gemacht, die eigentlich schon sauber waren. Sachen, die nicht schon wieder hätten geputzt werden müssen.
Am Abend musste ich ja dann noch den Baum schmücken. Auch an diesem Spiegelt sich meine Laune wieder. Ich wollte nämlich auch das nur so schnell wie möglich hinter mir haben, habe die Kerzen total ungleichmäßig und voll hässlich auf dem Baum verteilt, eine von den schönen Kugeln zerschmissen und mir im Allgemeinen überhaupt keine Mühe gegeben.
Durch die Fahrt nach Berlin war der Weihnachtsdepri einigermaßen in den Hintergrund geraten. Ich fühlte mich gut und stark und fast so, als könnte mir nichts auf der Welt was anhaben.
Doof, dass so ein einziges, dämliches Telefonat alles wieder kaputt machen muss.
Nun spuken mir wieder Briefe an meine ungeborenen Kinder im Kopf rum. Da wird dann sicher noch das eine oder andere hier erscheinen. Naja, und ich denke ich sollte was dieses Thema angeht doch mal einen Psychologen aufsuchen. Vielleicht kann ich ja sogar mal eine Kur machen. Richtig weit weit, wo ich von nichts was mitbekomme, wo man mit mir Beschäftigungstherapien macht und mich evtl. als vollständigen Menschen wieder herstellen kann. Das wäre schon was.
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