Glück im Unglück

Veröffentlicht auf von Ghost

Sie war verzweifelt. Wie sollte sie das nur ihrem Freund beibringen. Dabei wurde sie von ihren Mitarbeitern doch so geschätzt. Und gerade wollte sie doch auch ihren Ausbilderschein machen, weil sie mit den jungen Leuten so gut klar kam. doch nun hielt sie die Kündigung in der Hand. Immer noch hoffend, dass das ein schlechter Scherz ihrer Kollegen war. Aber die Erlösung kam nicht. Nicht zu diesem Zeitpunkt, nicht zum Mittag und auch nicht zum Feierabend. Sie war gekündigt. Innerhalb eines Monats sollte sie ihren Platz geräumt haben.


Niedergeschlagen und vollkommen verwirrt kam sie nach Hause. Sie sehnte sich nur noch nach seinen starken Armen. Wollte abschalten und die böse Welt ums ich herum einfach nur vergessen. Schlimmer konnte es wohl nicht mehr kommen, dacht sie. Aber da hatte falsch gedacht.


"Hallo Liebling, entschuldige dass ich dich so nenne. Du warst mir in den drei Jahren immer eine treue Gefährtin. Egal wer von uns tief lag. Der andere holte einen immer wieder hoch. die vielen gemeinsamen Moment werden mir immer in Erinnerung bleiben. Und ich schwar, wäre die Gräfin nicht gewesen, wäre unser Leben auch so weiter verlaufen. Das Schicksal wollte es so, dass sie sich meiner annimmt. wir ziehen zusammen und die Welt und ich bin jetzt ihr Begleiter. Betrachte es bitte nicht als Betrug. Es ist vielmehr eine Beförderung. Nur leider muss ich dadurch meine gesamte Familienplanung aufgeben. Nimm es mir bitte nicht übel. Auch du siehst zu, dass du in deiner Not weiter kommst.

Wenn du das liest, fleige ich schon über den Wolken mit der Gräfin dahin. Meine Habseligkeiten habe ich bei mir. Den Rest der gesammelten Werte kannst du behalten. Ich brauche sie nicht mehr.

Tschau mein Liebling! Mach dir ein schönes Leben. Bitte sei nicht all zu traurig. Es lag und liegt nicht an unserer Beziehung. Ich habe dich lieb!"


Schock! Steif und ohne jede Gefühlsregung steht sie da und weiß nicht, wie sie reagieren soll. Nie im Leben hatte sei gedacht, dass es einmal so schlimm kommen konnte. Erst die Kündigung und dann von einer Minute auf die ander ein Singel. Was wurde jetzt aus den gemeinsamen Träumen? die Träume von der Traumhochzeit und den Kinder. Die Eigentumswohung oder dem kleinen Häuschen? Sollte es das alles nie geben? Nur langsam daämmter ihr, dass alle Fragen der Welt ihre Situationen nicht ändern würden.

Lamsam durchschritt sie die Wohnung. Dabei stellte sie fest, dass ein paar fotos fehlten und seine Schränke leer waren. Er hatte geputzt und auf ihrem Bett lag eine Schachtel Pralinen. Ihre Lieblingssorte.

Sie öffnete sie und begann zu essen. Dabei viel ihr ein, dass sie doch schon immer aus dem kleinen Kaff raus wollte. Genau das war eine günstige Ausgangslage dazu. Hier in der Gegend würde sie so schnell auch nichts finden. Und ihn hätte sie so auch ganz schnell wieder vergessen.

Nach einigen Überlegungen holte sie sich das Branchenbuch. Es war nicht die neueste ausgabe, aber für ihre Zwecke vollkommen ausreichend. Sie suchte sich erst einmal all die Firmen heraus, die ihr am interessantesten erschienen. Dabei verging der Abend wie im Flug. Es wurde spät. Eigentlich hatte sie die Firman ja gleich durchtelefonieren wollen, aber um die Zeit würde sie sicher keinen mehr erreichen.


Frisch und munter erschien sie am nächsten Tag an der Arbeit. Jedoch nur, um ihren Urlaub einzureichen und den Schreibtisch zu räumen. Das Angebot einer Abschiedsfete lehnte sie dankend ab. Das rief einige Entrüstung hervor, aber das war ihr egal. eine Abschiedsfete gab es immer nur dann, wenn jemand freiwillig gin.


Zu Hause angekommen telefonierte sie auch gleich die Firmen ab. Und fünf Personalabteilungen wollten sie sehen. Das war mehr als sie erwartet hatte. Um so schneller waren dann die Unterlagen fertig.


Die Gespräche verliefen super. Und in der zweiten Woche ihres Urlaubs flatterten ihr drei Zusagen ins Haus. Das beste Angebot war auch schnell gefunden. die Vertragsunterzeichung war dann nur noch eine Formsache.


Das neue Leben konnte beginnen. Der Umzug war schnell organisiert und durchgeführt. Nur mit dem alten Mietvertrag gab es einige Probleme. die hatte sie aber schnell beseitigt. Sollte er doch sehen, wie er seinen Kopf aus der Schlinge bekam.


Das neue Leben in der Stadt und mit einem neuen Job konnte beginnen. Sie war glücklich und genoss ihre Freiheit. Das strahlte sie auch nach außen aus. So war es ihr ein leichtes, sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen. Und schon nach zwei Wochen war der Frust aus der Vergangenheit komplett vergessen. sie hatte neue, echte Freunde. Die Arbeit machte ihr Spaß und ihr Leben war um eingies besser als vorher. So kam es ihr wenigstens vor.


bis er sich aus heiterem Himmel wieder meldete. Mietschulden hatten sich angesammelt und die Gräfin hatte keine Lust mehr auf so einen ungeschliffenen Holzklotz.  Diese Sache war ihr gerade mal ein paar Zeilen wert:

"Sorry! Deiner Meinung nach sollte ich mir ein schönes Leben machen. Für mich fing das mit einer Veränderung an. In meinem Leben ist kein Platz mehr für dich. Meine Familie plane ich mti einem anderen Menschen. Was soll ich sagen? Das kleine Leben in mir bestätigt meine Schritte. Und für dich, mache ich keinen Schritt zurück.

Jeder ist sich selbst der Nächste, und ganz besonders du!"


Das kleine Leben hielt sie für eine Notlüge, aber es war anders. Noch sollte sie es aber nicht erfahren.

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T
Ist noch gar nicht so lange her, da hätte ich die letzten beiden Geschichten, die ich bei dir gelesen habe (für den Urlaubs-Vielteiler hatte ich noch keine Zeit, aber ich hab mir die Lektüre vorgenommen) als "kitschig" abgetan. Nicht hauen, bitte... bin ja noch nicht fertig...<br /> in den letzten Jahren allerdings habe ich die Erfahrung gemacht,dass das Leben mitunter viel unglaublicher und "kitschiger" ist, als man sich das ausdenken kann. Und vor allem nach dem Jahr, das gerade hinter mir liegt, weiss ich: genau so, wie Ghost es da geschrieben hat, kann es wirklich sein. Das Leben, meine ich. <br /> Ich mag deine Geschichten...<br /> liebe Grüsse TM
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G
<br /> Danke dir.<br /> <br /> <br />
R
Auch wieder eine schöne Geschichte Ghost und auch wieder mit einem guten Ende, das klar aussagt, das es immer irgendwie weiter geht..Lieber Gruß Regina
Antworten
G
<br /> Dankeschööööööön<br /> <br /> <br />