Hubertus Knabe - "Tag der Befreiung "

Veröffentlicht auf von Ghost

Gekauft habe ich das Bucha uf unserem Berlintrip. In dem Laden der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Im Prinzip ein Sachbuch, aber doch so unendlich fesselnd, dass ich es förmlich gefressen habe.
Hubertus Knabe geht der Frage nach, ob das Kriesende, also "Der Tag der Befreiung" wirklich für ganz Deutschland ein Tag der Befreiung war. Besonderes Augenmerk ist hier auf den Osten Deutschlands gerichtet. Denn hier sind wirklich Dinge geschehen, die jahrelang verschwiegen wurden. Die Russen haben die Frauen reihenweise vergewaltigt, getötet, haben Flüchtlingstrecks einfach brutal niedergemetzelt, nur um zu verhindern, dass die Leute in einen anderen Sektor fliehen, ja sie haben sogar ganze Bauernhöfe niedergebrannt, das Vieh verstümmelt und die Bewohner und Angestellten brutal ermordet. Letzteres war ja nun wirklich keine sehr kluge Handlung, da Nahrungsmittel um diese Zeit eh schon knapp waren. Diese Bauernhöfe hätten Nahrungsmittel liefern können. Man hätte sie nutzen können für die Versorgung der russichen Truppen.
Doch nicht nur an den Menschen haben sich die "Befreier" vergangen. Nein, sie haben ganze Fabrikhallen abgebaut und nach Russland verschleppt. Sie haben die Maschinen aber so abgebaut, dass sie zerstört waren und auch in Russland nicht mehr nutzbar.
Kriegsgefangene wurden in ehemalen KZ`s inhaftiert und unter noch weit schlimmeren Bedingungen gehalten, als es die Juden under den Nazis erfahren mussten. Auch Leute die keine Kriegsgefangenen waren wurden unter fadenscheinigen Anschuldigungen und erzwungen Geständnissen aufs Übelste gefoltert und inhaftiert. Teilweise wurden die Menschen auch nach Russland transportiert, um dort zu helfen die Wirtschaft wieder aufzubauen.

In diesem Buch werden wirklich alle noch so knallharten Fakten auf den Tisch gelegt. Die Russen haben wirklich den Nazis in nichts nachgestanden. In keinster Weise.
Ich selber habe damals als Kind dieses ganze Pionier-Theater noch mitmachen müssen. Ich weiß noch, wie uns erzählt wurde, dass die Russen doch unsere Freunde sind, sie uns beschützen vor dem bösen bösen Westen, der gleich hinter der Mauer lauert...
In Wirklichkeit hat man aber sobald es dunkel wurde die Kinder ins Haus geholt und zugesehen, dass die Türen richtig fest verrammelt waren. Das galt besonder da, wo ich gelebt habe. Denn ein russischer Stützpunkt und Truppenübungsplatz war gar nicht all zu weit entfernt. Uns Kindern wurde im Privaten immer eingebläut sofort das Weite zu suchen, wenn wir irgendwo Russen zu Gesicht bekommen haben oder ihre Panzer im Anrollen waren. In der Schule machte man uns das wieder anders herum glaubhaft. Dort erzählte man uns, dass die Russen uns helfen würden, weil unsere Betriebe sonst nicht in der Lage wären Sachen zu produzieren oder ähnliche Dinge.

Dieses Buch hat mal wirklich Schluss gemacht mit meiner Verblendung über den "großen Bruder" Russland. Und ich würde es jedem interessierten Leser wärmstens empfehlen.
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