Urlaub mit Folgen - Teil 9

Veröffentlicht auf von Ghost

„Ja Mutti. Sagen wir in etwa zwanzig Minuten. Bis dann.“ Doreen legt den Telefonhörer auf und quält sich aus dem Bett. Eben hat die Mutter angerufen, um sie zu wecken. Sie geht also ins Bad und macht sich für den Tag und also für den Strand fertig. Dann weckt sie ihren Bruder. Als der fertig ist, kommen die Eltern. Doreen will öffnen, aber die Tür klemmt.

„Dann zieh doch mal richtig.“, sagt der Vater.

„Das mache ich doch die ganze zeit. Soll ich etwa den Türknopf rausrupfen? Geh doch mal einer und hol einen Hausmeister oder so was.“

„Nein los. Wir probieren es noch mal. Du ziehst von innen und ich schiebe.“, schlägt die Mutter vor.

Aber auch das hat keinen Zweck. Der Vater geht also und holt einen Hotelangestellten. Während der an der Tür rumrepariert, sitzen Doreen und Christoph auf ihren Betten und warten auf die Dinge, die da kommen. Plötzlich klopft es an der Balkontür. Es ist eine von den Frauen, die sauber machen. Doreen öffnet. Die Frau kann kein Deutsch und macht per Handzeichen klar, dass die beiden ihr über den Balkon folgen sollen. Der Abstand von Balkon zu Balkon ist nicht sehr groß. Die Frau klettert voran. Als nächstes helfen die Frau und Doreen dem Bruder. Zum Schluss klettert auch Doreen rüber.

In dem Zimmer in dem sie jetzt sind, liegen alle Sachen über die Stühle und Schränke. Doreen muss lachen.

Auf dem Flur schauen die Eltern nicht schlecht.

Dann bekommt der Angestellt auch die Tür auf. Alle lachen. Die Tür hatte sich durch die viele Sonne so verzogen, dass sie fest im Rahmen gesteckt hat.

Die Familie geht zum Frühstück. Es wird höchste Zeit. In zehn Minuten ist die Frühstückszeit vorbei.

„Doreen habt ihr die Badesachen wenigstens mitgenommen?“

Doreen schaut die Mutter an. „Nein. Daran habe ich in der Situation nicht gedacht. Ich hatte erstmal Hunger und brauchte ein Frühstück. An Badesachen denkt man da nicht.“

Die Mutter stöhnt leise auf. Sie müssen nach dem Frühstück also noch mal zur Rezeption und dann ins Zimmer. Dort packen sie die Sachen zusammen und gehen an den Strand. Dort legen sie sich direkt neben die Familie von Marika.

Marika ist nicht dabei. Die Eltern unterhalten sich etwas. Doreen liest in ihrem Buch und geht ab und zu ins Wasser. Während Marikas Eltern zum Essen sind, passen Doreens Eltern auf ihre Sachen auf. Dann, als sie wieder da sind, ist es umgekehrt.

 

Nach dem Mittag kommt auch Marika. Doreen traut sich aber trotzdem nicht, sie anzusprechen. Erst als Marika fragt: „Kommst du mit ins Wasser?“ ist das Eis gebrochen. Im Wasser unterhalten sie sich etwas.

„Warum bist du gestern Abend nicht zu mir gekommen?“ fragt Marika.

„Ich hatte Angst mich lächerlich zu machen. Ich war ja ziemlich unhöflich dir gegenüber.“

Marika lacht: „Stimmt. Aber ich habe dir angesehen, dass du ziemlich fertig warst. Ich habe dir da also nicht übel genommen. Und dann habe ich eben darauf gewartet, dass du mal zu mir kommst.“

„Tschuldigung. Aber so was kann ich einfach nicht. Und wenn, dann laufe ich immer total rot an. Dafür beneide ich Leute wie dich, die einfach auf andere zugehen und schon haben sie neue Freunde.“

Die Mädchen verbringen den Tag miteinander. Unter anderem mit Kreuzworträtseln und Karten spielen. Erst spielen sie Romme´ und dann zeigt Doreen Marika, wie man Arschloch spielt.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Und schon ist es wieder Abendbrotzeit.

Beim Essen sitzen die Familien zusammen. Sie unterhalten sich über ihre Wohnorte und über die An- und Abreise. So erfährt Doreen, dass Marika am selben Tag angereist ist und nur einen Flieger früher bekommen hat.

Nach dem Abendbrot gehen Doreen und ihr Bruder gleich aufs Zimmer. Morgen ist doch die Schifffahrt. Da heißt es früh aufstehen.

Doreen kann nicht gleich einschlafen. Sie nutzt die Gunst der Stunde und schreibt mal wieder etwas in ihr Tagebuch:

 

"Heute hat der Urlaub eine Wendung zum Guten genommen. Marika, das Mädchen, welches mich mal angesprochen hat, habe ich heute näher kennen gelernt. Sie sind am selben Tag wie wir angereist. Nur einen Flieger eher. Ich habe mich etwas mit ihr unterhalten. Wir haben den ganzen Nachmittag miteinander verbracht. Sie wäre eine tolle Freundin. Doreen streng dich an und überlege was du sagst. Dann hast du auch eine Urlaubsfreundschaft.

Morgen haben wir die Flussfahrt auf dem komischen Gewässer. Vielleicht ist Marika ja auch dabei. Das wäre einfach zu schön um war zu sein. Die ganze Sache würde sich dann nicht so langweilig gestalten. Naja. Verstanden habe ich meine Eltern bei der Entscheidung nicht. Dampferfahrten können wir auch zu Hause machen.

Für heute beende ich meine Eintragung, da ich morgen früh aufstehen muss."

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