Urlaub mit Folgen - Teil 10
Das Telefon klingelt. Doreen wacht auf und meldet sich. „Guten Morgen. Ja ich bin wach. Wann kommt ihr?“
Am anderen Ende ist der Vater. „Guten Morgen. Wir sind wie sonst auch in zwanzig Minuten bei Euch. Dann gehen wir zum Frühstück. Ach ja. Pack doch deine Badesachen ein. Da soll irgendwo eine Badepause sein.“
Doreen legt auf und macht sich fertig. Dann weckt sie ihren Bruder. Das ist um diese Zeit gar nicht so einfach. Aber irgendwie gelingt es ihr doch und während sich der Bruder duscht, packt sie einige Sachen zusammen.
Nach zwanzig Minuten sind dann auch die Eltern da. Sie bringen auch noch ein paar Dinge mit, die mit in den Rucksack sollen. Dann gehen sie zum Frühstück. Dort ist noch nicht sehr viel Betrieb, da um diese Zeit noch viele Leute schlafen.
An der Rezeption holen sie sich noch ihren Reiseproviant ab und dann steht auch der Bus schon vor dem Hotel. Doreen ihre Augen werden vor Freude ganz groß, als auch Marika und ihre Eltern mit einsteigen. Im Bus können die Mädchen leider nicht zusammen sitzen, da schon viele Plätze belegt sind. Aber sie hätten auch keine Zeit zum Unterhalten gehabt. Der Reiseführer erzählt ihnen viele interessante Sachen über die Landschaft und Bräuche in den verschiedenen Dörfern und Städten.
Am Hafen steigen dann alle auf ein großes Boot. Jetzt setzten sich die Familien wieder zusammen. Alle an einen Tisch
Als alle Reiseteilnehmer einen Platz gefunden haben, hält der Reiseführer noch eine kleine Ansprache: „Wir befinden uns auf einem Passagierschiff, dass nur für große Menschenmengen gebaut wurde. Der Fluss auf dem wir uns nun bewegen heißt „Manavgat“. Wir fahren zu einer kleinen Insel, die diesen Süßwasserfluss vom Meer trennt. Dort legen wir an und essen Mittag. Es kann dort auch gebadet werden. Während der Fahrt halten wir auch mal kurz an und können Wasserschildkröten besichtigen. Für Leute, die sich während der Fahrt noch etwas sonnen wollen, steht das Sonnendeck zur freien Verfügung. Natürlich auf für Leute, die einfach mehr sehen wollen. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt und warte dann im Hafen wieder auf sie.“
Der Reiseführer muss ein anderes Boot betreuen, wo der Rest der Reisegesellschaft wartet. Das Boot legt ab.
Während der Fahrt läuft türkische Musik. Doreen findet diese einfach toll. „Was ihr nur habt. Ich finde diese Musik super. So was hört man nicht alle Tage.“
Der Mutter geht die Musik auf die Dauer auf die Nerven. „Also für mich wäre das nichts. Heute mag man das zwar mal aushalten, aber jeden Tag würde mich das nerven.“
Doreen und Marika wollen sich noch etwas unterhalten. Sie verschwinden auf das Sonnendeck und setzten sich weit weg von den anderen.
„Doreen ich muss dir was sagen.“, fängt Marika ein Gespräch an.
„Schies los!“
„Also. Ich muss einfach mal mit jemandem darüber reden. Ich gehe seit dem dritten Tag mit einem Jungen von der Bar. Und der will dauernd mit mir schlafen.“
Doreen macht große Augen. „Ach du Schande. Miteinander gehen und eventuell mal küssen. Aber weiter würde ich nicht gehen.“
Marika atmet auf. „Na Gott sei Dank. Ich dachte schon, ich wäre brüde oder so.“
„Das hat doch mit brüde nichts zu tun. Da ist man einfach vorsichtig. Wer weis, wie viele Mädels die pro Saison so ins Bett bekommen.“
Marika tut beleidigt: „Also das will ich überhört haben. Mein Alex macht so was nicht.“
„Meinst du?“
„Na aber sicher doch.“
Doreen zweifelt: „Na ob du da richtig liegst?“
Dann schweigen die Mädchen und starren übers Wasser.
„Wir halten in einer Minute an und zu ihrer Linken müssten Sie die Wasserschildkröten sehen können.“, klingt es aus einer Lautsprecherbox.
Sofort rennen alle auf die linke Seite des Bootes und recken die Hälse. Auch Doreen und Marika suchen unter der Wasseroberfläche. Marika ist diejenige, die eines der Tiere sieht. Dann entdeckt auch Doreen eins. Viele schießen Fotos und filmen mit ihrer Videokamera.
Nach etwa fünf Minuten haben sich die Leute satt gesehen. Sie gehen alle auf ihre Plätze zurück. Auch Marika und Doreen. Sie liegen beide einfach nur da und genießen die Sonne.
Nach einer Weile fängt Marika wieder ein Gespräch an: „Du Doreen. Ich muss dir noch was sagen.“
„Das klingt ja mächtig spannend.“
„So könnte man es auch nennen.“
Doreen wird ungeduldig. „Nun mach es doch nicht so spannend. Raus mit der Sprache.“
„Also gut. An der Bar arbeiten zwei jüngere Männer.“
„Ja und? Der eine ist dein Alex nehme ich an.“
„Genau. Und der andere beobachtet dich schon eine ganze Weile. Er möchte dich näher kennen lernen. Er war es, der dir die Blumen aufs Zimmer hat bringen lassen.“
„Wow. Alles hätte ich erwartet, aber nicht das.“ Doreen ist ehrlich überrascht. Sie hat schon gar nicht mehr an den geheimnisvollen Blumenbooten gedacht. Und jetzt, durch einen einfachen Zufall, klärt sich alles auf.
Marika hakt nach: „Ich soll ihm so bald als möglich bescheid geben. Würdest du mit ihm abends mal weggehen wollen?“
Doreen kann sich das noch nicht so recht vorstellen. „Immer langsam mit den jungen Pferden. Ich kenne ihn doch nicht einmal. Ich schlage vor, wir setzen uns mal gemeinsam an die Bar und du zeigst mir den Typen.“
„Wenn du meinst.“
„Und jetzt wird nicht mehr von irgendwelchen Jungen geredet. Ich will die Sonne noch etwas genießen.“, sagt Doreen.
Marika pflichtet ihr bei: „Hast Recht.“
Sie liegen nun wieder einfach nur da und genießen die Sonne. Bis Marikas Mutter aufs Sonnendeck kommt.
„Marika. Wir halten in zehn Minuten an dieser Insel. Wenn du baden möchtest, dann solltest du dich einmal umziehen. Die Toiletten sind unter Deck.“
„Danke Mutti!“ ruft Marika. „Hast du auch Badesachen mit?“ fragt sie Doreen.
„Aber sicher doch.“, antwortet sie. Sie ziehen los und ziehen sich auf der Toilette ihre Badesachen an.
Als sie fertig sind, setzen sie sich noch etwas zu den Eltern. Dort müssen sie erst einmal etwas trinken. Die ganze Zeit in der Sonne hat Durst gemacht.
„Hey langsam Doreen. Dein Bruder hat auch Durst.“, sagt die Mutter. Doreen ist schon wieder pampig.
„Egal. Der war ja wohl nicht in der Sonne. Außerdem haben sie sicher noch etwas mehr als nur dieses eine Glas. So. Ich gehe jetzt das Anlegemanöver beobachten. Marika kommst du mit?“ Und schon ist sie weg.
Marika will mit ihr und sagt nur. „Biss dann.“ Und schon ist sie hinter Doreen her.