Urlaub mit Folgen - Teil 24
„Bitte setzen sie sich. Wollen sie etwas trinken?“
„Gern.“, antwortet Doreen verlegen. Sie sitzen im Büro des Hotelchefs und Doreen erwartet eine Standpauke, die sich gewaschen hat. Aber es kommt alles ganz anders.
„Wert Eltern. Ich habe ihre Tochter gestern Abend beobachten können, wie sie mit den Kindern gespielt hat. In diesem Hotel fehlt uns so eine Person noch. Wir wissen aber nicht, ob eine türkische Frau so das Richtige ist. Um es kurz zu machen, ich biete ihnen oder besser ihrer Tochter diese Stelle an. Sie dürfte im Hotel wohnen und bekäme alle Mahlzeiten. Darüber hinaus auch eine Geldzuwendung.“
Doreen sitzt da und weiß nicht, was sie sagen soll. Da hat sie Glück, dass ihre Mutter dabei ist. Und diese sieht alles von der schulischen Seite aus: „Sie hat doch dann keinerlei Ausbildung. Das Angebot ist eigentlich nicht schlecht, aber so ganz ohne Schule lasse ich das nicht zu.“
Den Chef haben diese Worte sehr überzeugt. Nun versucht er die Mutter zu beruhigen. „Wir können ihrer Tochter dann eine Spezialausbildung geben. Während der Saison würde sie hier arbeiten und im Winter bekäme sie in Deutschland die dazu benötigte Ausbildung. Das würde etwas länger dauern, aber das Ziel ist dasselbe.“
Jetzt meldet sich auch Doreen zu Wort: „Meinen sie das Angebot ernst? Ich wollte schon immer etwas mit Kindern machen. Nur in Deutschland wäre ich mit einer solchen Ausbildung nicht weit gekommen. Wenn es nach mir ginge, würde ich gleich morgen anfangen wollen.“ Jetzt schweigen alle.
Bis der Vater einen Vorschlag macht: „Ich würde sagen, wir bedenken das noch einmal ganz in Ruhe. Spätestens heute Abend melden wir uns dann wieder bei ihnen.“
Der Chef ist einverstanden und schüttelt allen die Hand. Er begleitet sie dann auch noch bis zur Rezeption, wo die Familie ihren Schlüssel holt und im Zimmer das Angebot ausdiskutiert.
Doreen hat aber Glück. Nachdem allen Pros und Kontras aufgeschrieben sind, überwiegen die Pros. Voller Freude geht Doreen in ihren letzten Urlaubstag.
Den Rest des Vormittags verbringt Doreen im Pool. Das Mittag nimmt sie zur Feier des Tages auch im Hotel ein. auf diese Weise ist sie immer bei Yusuf. Auch Marika ist bei ihr und Alex. Sie reden miteinander und es gibt viel zu lachen.
Doch der Spaß nimmt ein schnelles Ende. Der Chef kommt und fängt eine Diskussion mit Yusuf an.
Doreen hat eine Ahnung, um was es geht. Sie flüstert Marika ins Ohr: „Scheiße. Man hat uns also doch gesehen. Hoffentlich geht das gut.“
Marika antwortet darauf nur: „Hilf ihm. Nimm die Schuld auf dich.“
Damit ist die Diskussion beendet und Doreen rennt hinter dem Chef und Yusuf her. Kaum ist sie hinter ihnen, beginnt sie eine Rede, für die sie jede Menge Mut aufbringen muss. Der Chef kuckt nicht schlecht, als Doreen alle Schuld auf sich nimmt. Die Sache geht gut aus. Yusuf darf mit einer Verwarnung weiter arbeiten.
„Wir treffen uns nachher im Alibaba.“, sagt er noch, bevor er hinter den Tresen geht und so tut, als wäre nichts gewesen.